Die Spannung steigt

Ich weiß, dass es primär an mir selbst liegt. Aber diese Erkenntnis führt nicht automatisch dazu, dass ich meinen Unmut den anderen Bibliotheks-Lesesaal-Besuchern gegenüber in wohlwollendes Verständnis wandeln kann.

Die Tage sind gezählt, in knapp drei Wochen wartet das Finale, der krönende Abschluss meines Studiums auf mich. Und obwohl mir von allen Seiten versichert wird, dass die Prüfer im Examen zumeist wohlwollend seien und viele der Fragen sich nach den Erfahrungen im PJ, dem Bestehen des schriftlichen Examens, zahlreichen Untersuchungskursen, Seminaren und Vorlesungen als sehr grundlegend anfühlen dürften – ich bin so langsam aufgeregt.

Und da nervt mich der Mann, der laut schniefend den Saal betritt, sich ausgerechnet den Platz neben mir aussucht, sich lautstark die Nase putzt (als hätte er das nicht schon vor der Tür machen können) – und dann weiter fröhlich vor sich hin schnauft! Aaaahhhhh! Vermutlich leidet er an Heuschnupfen. Ein Leidensgenosse also, aber Sympathie will sich dennoch nicht einstellen. Ich gehe damit schließlich auch nicht so penetrant um! (Hoffe ich zumindest…) Und gerade heute habe ich meine Kopfhörer nicht dabei und kann meine Ohren nicht zuploppen und mich mit Musik beduseln lassen!

Auch für die Rentner, die zum Zeitunglesen Platz nehmen und – vermutlich vor allem der Altersschwerhörigkeit geschuldet – zwischendurch sehr laut den Rat der Bibliothekarin suchen und dann mehr mit Blättern inklusive Rascheln als mit Lesen beschäftigt sind, fehlt mir heute die notwendige Nächstenliebe.

Ich glaube, ich muss heut Abend mal wieder meditieren. Und mir morgen Kopfhörer oder sogar Ohrstöpsel mitbringen. Am liebsten hätte ich sogar Scheuklappen. Könnte ich mir eigentlich basteln aus der Biochemie-Schutzbrille aus Vorklinik-Labor-Tagen. Aber ne, das ist vielleicht doch ein bisschen weird.

Oder mal wieder in die Uni-Bib gehen? Die ist so weit und da knallt die Sonne rein und es gibt noch nicht mal an allen Plätzen Steckdosen. Ne, lieber nicht.

Einatmen, ausatmen, auf meine Arbeit fokussieren.

Bald ist es geschafft!

 

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